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Konzept                                                                                                                                                                                                                                                                I. Gesellschaftliche Situation von Müttern

Durch das Mutter-werden verändert sich das Leben von Frauen gravierend. Sozialkontakte aus der Berufstätigkeit gehen verloren, der Freundeskreis verändert sich, dadurch besteht die Gefahr der Isolation für Mutter und Kind. Gerade die Anonymität der Großstädte, nur in 16 % (Blumenau 23 %) der Münchner Haushalte leben Kinder, und die neuen Strukturen der Familien verstärken diese Gefahr.

Das Durchbrechen dieser Situation durch das Knüpfen neuer sozialer Bindungen ist für Mutter und Kind von großer Bedeutung.
Alleinerziehenden, Einzelkindern und Familien mit drei oder mehr Kindern fehlen oft öffentliche Räume, um Kontakte und Unterstützung zu finden. Gerade junge Mütter sind oft mit schwierigen Situationen konfrontiert, auf die sie nicht vorbereitet sind.

Bisher erworbene berufliche Fähigkeiten werden in dieser Situation oft nicht mehr gebraucht. Es besteht jedoch der gesellschaftliche Anspruch, die neue Situation in der Familien problemlos bewältigen zu können.

II. Ziele

Ziel ist es, für Mütter, Väter und Kinder einen Ort der Begegnung zu schaffen, der den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen Rechnung trägt und präventiv im Sinne des § 16 (2) 1 arbeitet.

 

1. Ort der Begegnung

Durch offene Treffs haben Eltern, Kinder und Großeltern, Alleinerziehende,

Nachbarn (mit und ohne Migrationshintergrund) hier den Rahmen und den Raum Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen und sich so in ihrem Stadtteil zu Hause zu fühlen.

Durch das Familienzentrum verbessern sich die kommunikativen Möglichkeiten von Familien in ihrem Wohnungsumfeld beträchtlich. Damit wird der Isolation von Familien entgegengewirkt (z.B. Offener Frühstücktreff, versch. Spielgruppen etc).

2. Ort der Hilfe

Durch das Entstehen von nachbarschaftlichen Kontakten bilden sich auch vielfältige Möglichkeiten der nachbarschaftlichen Hilfe z.B. Babysitter-Dienste.
Diese Hilfe kann bereits ein Gespräch sein (Kummer von der Seele reden, oder Erfahren, dass auch andere Probleme haben), das bei einem Treffen oder in der Gruppe entsteht.

Ferner arbeitet das Familienzentrum mit vielen Behörden, Organisationen und Beratungsstellen zusammen (z.B. Hebamme mit Stillberatung, Rückbildung uvm.). An diese Stellen wird nach Bedarf/Wunsch weitervermittelt. Seit 2010 wird das Familienzentrum durch eine Dipl.Sozialpädagogin unterstützt. Diese bietet nach Bedarf Beratung und Unterstützung bei unterschiedlichen Problemen an.

3. Information

Ein Informationsaustausch in mündlicher und schriftlicher Form ist ein weiteres wichtiges Ziel des Familienzentrums. Durch Aushänge am schwarzen Brett und unser Programm bekommen Eltern sowohl Einsicht in die Veranstaltungen des Familienzentrums als auch anderen Einrichtungen und stadtteilübergreifende Informationen. Das Einladen verschiedener Referenten und das Anbieten von Kursen, Vorträgen etc. stellen weitere Informationsquellen dar.

4. Öffentliches Arbeitsfeld

Die Mitarbeit im Familienzentrum bietet die Möglichkeit, eine gesellschaftlich anerkannte und finanziell entschädigte (ehrenamtliche) Tätigkeit auszuüben. Die Bestätigung der geleisteten Arbeit fördert das Selbstvertrauen und erleichtert oft den Wiedereinstieg in das Berufsleben nach dem Erziehungsurlaub. Den Mitarbeitern wird auf Wunsch eine Ehrenamtsurkunde ausgestellt. 

5. Gesellschaft

Das Familienzentrum gibt Eltern die Möglichkeit, gesellschaftlich sichtbar Tätig zu sein. Es macht auf die verschiedenen Familienformen (Alleinerziehende, Großfamilien, Familien mit Migrationshintergrund, Familien mit behinderten Kindern etc.) aufmerksam und bietet den Betroffenen die Möglichkeit, sich gemeinsam für ihre Interessen einzusetzen.

Um die Bedingungen für die Familien zu verbessern, setzt sich das Familienzentrum für die Belange der Familien ein und unterstützt andere Zentren und Einrichtungen bei stadtteilübergreifenden Aktionen.

III. Zielgruppe

Zielgruppe sind Familien die in Hadern-Blumenau leben, bei besonderen Ange- boten auch Familien aus ganz München und Umgebung.

Die größte Nachfrage nach Begegnung und Erfahrungsaustausch besteht in der Regel bei Müttern und Vätern, deren Kinder unter 4 Jahren sind, bzw. die neu im Stadtteil sind und deshalb noch keinerlei Kontakte mit anderen Müttern und Vätern haben. Grundsätzlich steht das Familienzentrum allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen.

IV. Organisationsstruktur 

Im Familienzentrum ist der basisdemokratische Grundgedanke ein wichtiges Merkmal. Wir arbeiten überparteilich und nicht konfessionell.

So werden die Vorstandsmitglieder alle 2 Jahre von der Mitgliederversammlung gewählt. Alle 6 bis 8 Wochen finden Teamsitzungen statt, die zum Teil für Besucher offen sind. Die Gruppenleiter/Besucher haben die Möglichkeit auf Probleme aufmerksam zu machen, Ideen einzubringen, auf Entscheidungen des Vorstandes einzuwirken bzw Verbesserungsvorschläge zu machen und das Angebot des Familienzentrums mitzugestalten. So sind die Angebote immer aktuell und bedarfsgerecht.

V. Angebote

Das zentrale Angebot stellt der offene Betrieb dar. Während der Öffnungszeiten können Familien die Angebote des Zentrums nutzen (Angebote: Siehe Programm, schwarzes Brett, oder Aushänge an der Scheibe)

Hier können Familien

- Kontakte knüpfen

- sich informieren

- Freundschaften schließen

- ein soziales Netz aufbauen

- sich selbst engagieren.

Oft nehmen dauerhafte und tragfähige nachbarschaftliche Kontakte hier ihren Anfang, die noch lange nach der Familienzentrumszeit andauern.

Wir stellen eine breite Palette von Informationen zu Fragen die Familien betreffen, zur Verfügung (z.B. Vermittlung von Tagesmüttern, Adressenlisten von Betreuungseinrichtungen uvm.) Kurse, Vorträge und Gesprächsgruppen finden nach Bedarf zu Themen wie Familien, Erziehung, Gesundheit etc. statt.

Es besteht auch die Möglichkeit, Fragen und Konflikte direkt mit der sozialpädago- gischen Fachkraft oder dem Vorstand zu besprechen.

VI. Personal

Das wichtigste Standbein im Familienzentrum ist die Mitarbeit der Mütter und Väter, Großeltern und/oder aller sozial Engagierten. Nur dadurch kann im Familienzentrum eine gute und effektive Arbeit geleistet werden.

Wichtige soziale Kompetenzen, die auch im zukünftigen Arbeitsleben von großer Bedeutung sind, können im Familienzentrum eingebracht bzw. erprobt werden. Diese sind: Verantwortungsbewusstes Arbeiten, Konfliktfähigkeit, Teamgeist,  Zuverlässig- keit, Pünktlichkeit und Kontaktfähigkeit.

Die Mitarbeiter entscheiden selbst, wie viel Verantwortung und welche Aufgaben sie übernehmen möchten. Jede Gruppe wird von zwei ehrenamtlichen Betreuer/innen geleitet. Ferner steht den Mitarbeitern die sozialpädagogische Fachkraft für Fragen zur Verfügung.

VII. Finanzierung

Das Familienzentrum finanziert sich aus Zuschüssen der Landeshauptstadt München, aus den Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen sowie aus Eigenmitteln (Mitgliedsbeiträge, Spenden, Teilnahmegebühren, Erlös von Veranstaltungen, Flohmarkt etc.)

Familienzentrum-Hadern-Blumenau e.V.  |  FazBlumenau@aol.com
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